Es war fast hoffnungslos !


Fuhr man von der Pressnitzer Talsperre vorbei
an den Resten des geschliffenen Ortes Dörnsdorf nach Kupferberg,
fiel einem links auf einer kleinen Anhöhe für kurze Zeit eine kleine Kapelle ins Auge.

 

 

 

Es ist die Kapelle von Köstelwald

 

 

                

Zustand vor der Sanierung                                                    Ein kleines Wunder - die Kirche nach der Sanierung              

Bis 1879 war Köstelwald und Wenkau ein Ortsteil von Kupferberg.
1879 erhielt Köstelwald und Wenkau die Ernennungsurkunde als eigenständige Gemeinde.
Die Gemeindeverwaltung befand sich in Köstelwald.

Kirchlich gehörten beide Gemeinden zur Pfarrei Kupferberg.
Der Friedhof befand sich ebenfalls in Kupferberg.
Alle Einwohner waren katholisch und deutscher Abstammung.
Bis zur Vertreibung lebten in beiden Ortsteilen 750 - 800 Personen.
Da ist es nicht verwunderlich, dass man eine eigene Kirche haben wollte.
Bereits im Jahr 1914 sollte eine eigene Kapelle gebaut werden.
Der Kapellenbauverein hatte bereits ein Grundstück erworben und einen großen Teil der Bausteine beschafft.
Auch das notwendige Geld war bereits durch Spenden eingegangen.
Doch der Ausbruch des ersten Weltkrieges verhinderte den Bau.
Das vorhandene Geld ging als Kriegsanleihe an den östreichischen Staat.
Nach dem ersten Weltkrieg war vom Geld nichts mehr vorhanden.

Erst 1933 konnte die Kapelle erbaut werden. Sie wurde der "Heiligen Anna " geweiht.

Durch die Vertreibung 1945 und die spätere Entvölkerung durch den Bau der Pressnitzer Talsperre
im Jahr 1974 entstand ein riesiges, unbewohntes Gebiet.

Zwischen Kupferberg und Sonnenberg gab es noch eine einzige Bewohnerin, Frau Marianne Rihova geborene Zemek ,
die Mutter von Petra Rihova, die große Interesse hat, das die Kirche wieder hergerichtet wird.

Von ehemals 93 Häusern in Köstelwald stehen noch 3 Häuser und die Kapelle.
Dörnsdorf, Pressnitz und Reischdorf wurden ganz dem Erdboden gleich gemacht.
Von Dörnsdorf und Pressnitz kann der interessierte Besucher noch die Wasserwerke finden.
Das letzte Gebäude von Reischdorf, der Bahnhof wurde 2013 abgerissen.
Nur der aufmerksame Wanderer erkennt entlang der Strassen die Ruinenreste der ehemaligen Orte.
Nur die Kriegerdenkmale in Dörnsdorf und Reischdorf stehen noch.

So ist es nicht verwunderlich, das der Zahn der Zeit an der Köstelwalder Kapelle nagte.
Im Jahr 2005 gab es keine Fenster, keine Tür, ein undichtes Dach und im Winter war der Schnee im ganzen Innenraum.
Über das undichte Dach drang das Wasser ins Gebäude und durchfeuchtete die Rohrdecke mit dem herrlichen Deckenfries.
Da ist es nicht verwunderlich, dass der Putz mit dem Fries von der Decke abfiel.

Einem Exitus des Gebäudes zur Ruine stand damals nichts mehr im Wege.

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2010 finanzierte die Gemeinde Kupferberg ein neues Dach und eine neue Decke im Innenraum, natürlich ohne Bemalung.
Im Mai 2011 wurde der Blitzableiter erneuert. Neue Fenster und die Eingangstür wurden im Kirchenschiff ersetzt.
2013 erhielt der Turm neue Fenster.

Im Jahr 2014 fanden sich ein paar deutsche und tschechische Freunde und begannen mit der Renovierung des Innenraumes.
Es wurden einige wenige Elektrokabel verlegt, so dass man mit einem Notstromgerät von außen die Kapelle mit Elektroenergie versorgen kann.
Der Innenputz wurde abgehackt und der gesamte Innenraum neu verputzt.
Die alte verfaulte Empore wurde entfernt und zwei neue Balken als zukünftiges Tragwerk eingepasst.
Das Streichen der Wände und der Decke soll bald losgehen.
Das Belegen des Altarraumes mit Fliesen ist eine der nächsten Arbeiten, denn ein deutscher Künstler will den Altar nach altem Vorbild neu gestalten.
Von einem Fliesenfachgeschäft werden uns die Fliesen unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Ein Statiker ist beim berechnen des Tragbalkens für eine Glocke. Sie soll in den Turm und der renovierten Kapelle eine neue Stimme geben. Die Glocke steht zum abholen bereit.

Die katholische Kirche in Bärenstein lagert in ihrem Schuppen mehrere Stücke Kirchengestühl.
Obwohl es gut in Ordnung ist, sollte es zerschnitten werden, da auch für die Zukunft keine Verwendung bestand.
Jetzt bekommt das Gestühl in der Kapelle von Köstelwald eine neue Verwendung.
Man kann sich als Wanderer oder Besucher in der Kapelle setzen und in Ruhe über die Auferstehung dieser Kapelle,
welche dem Untergang geweiht war nachdenken.
Das alles geht nicht ohne gute Leute die großen Elan, Entschluss und Willen haben.
Besucher sollen diese Kapelle als einen Raum der Ruhe in diesem riesigen, fast unbewohnten Gebiet erleben.
Gleichzeitig möchte Petra Rihova ,
welche gleich oberhalb der Kapelle wohnt eine kleine Ausstellung über die untergegangenen Dörfer rund um Köstelwald in dieser Kapelle zeigen.

Aber bis dahin lag noch viel Arbeit vor uns.

Wiederaufbau der Kapelle                

Erste  Hochzeit 30.08.2014               

18. Oktober 2014                             

Anläuten der Glocke 10.05. 2015     


Günter Wolf

Ausschnitte aus einem Bericht von Josef Bartl

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