Weipert

Die Freie Bergstadt Weipert ist der weitaus größte und bedeutendste Ort des Landkreises Preßnitz.
Die Stadt liegt unmittelbar an der sächsischen Grenze am rechten Ufer des Pöhlbaches.
(Am linken Ufer des Baches liegt der sächsische Ort Bärenstein). Weipert hat eine Längenausdehnung von etwa 7 km, während Seine Breite nur 1.3 km beträgt. Das höchstgelegene Haus hat eine Seehöhe von 846 m; das tiefstgelegene liegt 648m hoch. (Dekanatskirche 719m, Bahnhof  715 m, die Zollbrücke 697 m).

Bilder aus der alten Heimat:

Auf der Homepage von Thomas L. Koppe
 

Das Gemeindegebiet umfaßt 540 ha. Die Stadt zählt 1152 Häuser mit 10.667 Einwohnern (4903 männlich, 5764 weiblich). Weipert hat 3 Ortsteile: Stadt, Grund und Neugeschrei.
Die Bewohner sind überwiegend in der Industrie tätig. Die Weiperter Industrie erzeugt insbesondere Posamenten, Spitzen, Wirk- und Strickwaren; außerdem: Perl- und sonstige -Handtaschen, Handschuhe, Wäsche, Krawatten, Schale, Knöpfe Zahnbürsten, Gummiwebwaren, leonische Gespinste, Kabel, Handfeuerwaffen (besonders Jagdgewehre), Maschinen u. a. Ferner gibt es in Weipert Zwirnereien, Färbereien, Bleichereien, Appretur-AnstaIten und Halbfabrikate-Industrie. Die zahlreichen Weiperter Gewerbebetriebe erzeugen u.a.: Bettdecken, Gardinen, Modestrickartikel, Strickhandschuhe, Damenkonfektion, bemalte Schale und Tücher, Wäsche, Polstermöbel, Zimmereinrichtungen, Kartonagen, Drucksachen und Prägeplatten.
In Verbindung mit der Industrie und dem Gewerbe steht eine rege Handelstätikeit.
Auch Landwirtschaft wird in Weipert betrieben. Die zahlreichen kleinen und kleinsten Landwirtschaften zeitigen allerdings keine besonderen Ergebnisse.  Eine Zusammenfassung alles anbaufähigen Bodens außerhalb der Bau- und Hausgartenparzellen zu größeren landwirtschaftlichen Betrieben wäre dringend nötig.
Industrie, Handel und Gewerbe blühen in Weipert in hundertfältiger Form. Im alten Österreich und auch in der ehemaligen Tschechoslowakei war Weipert der Hauptsitz der Posamenten-Erzeugung. Wir finden in Weipert mehr als ein halbes Hundert größere Firmen und zahlreiche kleinere Unternehmungen. Die Heimindustrie betätigt sich auf den verschieden-sten Gebieten und gibt auch den benachbarten Orten Beschäftigung und Brot.
Die Stadt Weipert ist eine ausgesprochene Streusiedlung. Die einzige Goehtestraße ist eine Zeile geschIossener Bauweise, und zweigt auf der rechten Seite vom Postplatz nach Norden.
Weipert hat ein Stadtamt, ein Amtsgericht, ein Zollamt, ein Reichsbahnamt, das Postamt Weipert - Stadt mit den Ämtern Weipert-Bahnhof und W.-Neugeschrei, ein staatliches Forstamt, einen Gendarmerie-Posten. Das Kaadner Arbeitsamt hat in Weipert eine Nebenstelle. Ferner hat Weipert eine Probieranstalt für Handfeuerwaffen.
An Schulen finden wir in Weipert: 4 Volksschulen (Knabenvolksschule, MädchenvolksschuIe mit Hilfsklasse. Volksschule in Grund, Volksschule in Neugeschrei),
2 Hauptschulen (Knabenhauptschule, Mädchenhauptschule), eine Oberschule, eine Kreisberufsschule, eine Posamentenfachschule und 3 Kindergärten.
Weipert ist der Sitz eines katholischen Dekanatamtes-und eines evangelischen Pfarramtes. In Weipert gibt es 4 Kirchen: die alte Martinsktrche (ehemalige Fridhofskirche), die Dekanatkirche, die Kirche in Neugeschrei und die evangelische Kirche.
Die Stadt Weipert hat elektrisches Licht (feit 1898), Wasserleitung (seit 1911). ein Krankenhaus, ein Armenhaus, ein Leichenhaus, ein Museum, eine Turnhalle, ein Bad, eine Apotheke, eine Buchdruckerei (mit der „Neuen Weiperter Zeitung") und ein Lichtspieltheater. Die Gemeindebücherei und die ehemalige Bundesbücherei zählen zusammen über 6500 Bände.
Die bemerkenswerten Gebäude in Weipert sind: die Martinskirche, die Stadtkirche, die katholische Kirche in Neugeschrei, das städtische Krankenhaus, das städtische Armenhaus, das Altersheim, das Amtsgericht, das alte Rathaus, die städtische Turnhalle, das Stadthaus, die alte Schule an der Neugeschreier Straße, das alte Armenhaus, die Grundschule, die Mädchenschule, die Volks- und Bürgerschule, die VolksschuIe in Neugeschrei, das Bräuhaus, das Städtische Elektrizitätswerk, der Bahnhof und das Postgebäude.
Die Verkehrslage Weiperts ist nicht ungünstig. Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Komotau-Chemnitz und ist ein Autobus-Verkehrsknotenpunkt. Von Weipert führen Autobuslinien nach Komotau, Kaaden, Klösterle, Karlsbad, Annaberg-Chemnitz und Königswalde-Annaberg.
Landschaftlich liegt die Stadt Weipert sehr schön. Eine reizende Umgebung bietet dem Naturfreund zahlreiche Möglichkeiten, sich zu erhohlen. Weipert ist ein günstiger Ausgangspunkt für lohnende Spaziergänge und Ausflüge.
Das Weiperter Wappen ist ein roter geteilter Schild. Das untere Feld zeigt auf einem blauen Grunde eine umstürzende Tanne, die eine Silberstufe entblößt. Im oberen Felde sehen wir zwei Berpknappen, die an einer Stange eine Traube (Erztraube) tragen. Oberhalb, des Schildes ist das Brustbild eines Bergmannes mit erhobenen Armen, in der rechten Hand das Eisen, und in der linken Hand den Schlegel haltend.
 

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